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WEISS DER KUCKUCK!

Bereits im 18. Jahrhundert tauchten erste Kuckucksuhren im Schwarzwald auf. Eingebaut in Häuschen mit geschnitzten Vorderseiten wurde die Kuckucksuhr ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zum beliebten Souvenir. Die im Guiness-Buch der Rekorde verzeichnete „größte Kuckucksuhr der Welt“ befindet sich in Schonachbach bei Triberg. Das Uhrwerk ist 4,50 x 4,50 Meter groß, sechs Tonnen schwer und begehbar. Pünktlich zur vollen Stunde erscheint der 4,50 m lange Kuckuck, der stolze 150 Kilo auf die Waage bringt.

Bis heute ist strittig, wo, wann und von wem die Kuckucksuhr erfunden wurde: Im 17. Jahrhundert soll Franz Anton Ketterer in Schönwald die erste hergestellt haben. Andere Quellen besagen, dass Matthias Dilger und Matthäus Hummel aus Neukirch die ersten waren. Oder doch die Brüder Andreas und Christian Herr aus Triberg? Die heute typische Form der Kuckucksuhr stammt von Friedrich Eisenlohr. Er war im 19. Jahrhundert als Architekt tätig, entlang der badischen Staatseisenbahn. Darum orientiert sie sich die Form der Kuckucksuhr an einem Bahnwärterhäuschen. Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kamen geschnitzte Figuren, Tannenzapfen und Ornamente hinzu. Kuckuckkuckuck … Um zwölf Uhr drückt ein Blasebalg im Inneren der Uhr Luft in zwei Orgelpfeifen. Die kürzere Pfeife erzeugt den hohen Ton, direkt im Anschluss die längere den niedrigeren Ton. Moderne Kuckucksuhren greifen auf ein Tonband zurück.

Mitten im 18. Jahrhundert waren Kuckucksuhren dank einheimischem Holz für nahezu jeden Bürger erschwinglich. Auch deshalb steigerte sich die Produktion auf weit über einer halbe Million Uhren pro Jahr. Kuckucksuhren wurden nach ganz Europa exportiert. Heute bieten Unternehmen wie „Mein Kuckuck“ modern interpretierte Kuckucksuhren – zum Selberbedrucken und individuell gestaltet, in knalligem Pink oder modern und schlicht.