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HEILSAME NATUR

Das Team von JUKS³ betreut die Schulsozialarbeit, berät Familien, gestaltet Ferien- und Freizeitprogramme. Marcel Dreyer ist Sozialpädagoge und leitet die Einrichtung in Schramberg. Neben der Jugendarbeit bilden die Säulen bürgerschaftliches Engagement sowie Integration und gesellschaftliche Teilhabe die Schwerpunkte.

DIE NATUR KANN FÜR TRAUMATISIERTE KINDER HEILSAM SEIN“

Wenn Marcel Dreyer an seine eigene Kindheit denkt, verbindet er sie mit dem Wald. Die Liebe zur Natur möchte er heute seiner kleinen Tochter mit auf den Weg geben. Mit seinem Team kümmert Dreyer sich aber auch um all jene Kinder und  Jugendliche, die aus ihrem Elternhaus keine Berührungspunkte damit erfahren, weil Zeit, Geld und Ideen fehlen.

WAS FEHLT

„Wohnraum für alle! Klar gibt es die Einfamilienhäuser mit Garten für Gutverdiener. Meine Frau und ich wohnen mit unserer Tochter in einem Mehrfamilienhaus – mit Kehrwoche, urschwäbisch. Doch an bezahlbaren und verfügbaren Wohnungen für Familien mangelt es.“

WAS IHN ÄRGERT

„Selbst in Nepal im Gebirge auf einem Viertausender oder in Finnland am hinterletzten See ist das Mobilfunknetz besser als in manchen Ecken in der Region. Das ist ein Armutszeugnis.“

SEIN WUNSCH FÜR DIE ZUKUNFT

„Um Kinderarmut entgegenzuwirken, brauchen wir Lösungen, städtebauliche, soziale Konzepte, mehr Investitionen im Bildungssystem. Wenn ich mir manche marode Schulhäuser und Sporthallen auf dem Land anschaue, entsetzt mich das. Daran zeigt sich, wie viel in den vergangenen Jahren versäumt wurde. Wir brauchen eine vernünftige Infrastruktur, in der sich bürgerschaftliches Engagement entfalten kann.“

NIX WIE RAUS! – EIN PROJEKT VON JUKS³ Spielen. Toben. Erleben. Sich schmutzig machen. Regen auf der Haut. Sonnenstrahlen. Über die Wiese rennen. Regenwürmer beobachten. Blätter sammeln.

Menschen aus mehr als 82 Nationen leben in Schramberg: Sie stammen aus Syrien, dem Irak, Gambia. Italiener und Türken kamen und blieben, viele arbeiten heute in den Zulieferbetrieben. Russlanddeutsche, Albaner, Kroaten leben in der großen Kreisstadt, einige Familien in dritter Generation.

Das Projekt „Nix wie raus!“ brachte Kinder aus aller Welt zusammen, Mädchen und Jungen im Grundschulalter, Geflüchtete und in der Region geborene Kinder entdeckten jeden Freitag zusammen die Natur, erkundeten den Ort, an dem sie leben. Sie wurden oft begleitet von Eltern, Geschwistern und Paten, die sich in Schramberg um Geflüchtete kümmern. Die Kinder sollten ihre neue und alte Heimat kennenlernen – fernab der Fußgängerzone. Wanderungen zur Ruine Hohenschramberg, Besuche eines Erlebnisbauernhofs oder Abenteuerspiele in der Gruppe fördern das Vertrauen in die neue Umgebung. Es ging in den Wald, zu Schutzhütten. Egal, ob es stürmte oder schneite. „Gerade für Familien, die kaum Geld und Zeit für Ausflüge haben, sind solche Erlebnisse von unschätzbarem Wert“, sagt Dreyer. Das Projekt wurde unterstützt von der Stiftung Kinderland Baden-Württemberg im Rahmen ihres Programms Pädagogische Freizeitangebote für Kinder mit Fluchterfahrung. Mittlerweile gibt es ein Nachfolgeangebot: „Natur pur!“