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FREIWILLIGE FEUERWEHR

Kevin Dietzig, 28, ist ge­lern­ter Bäcker und macht eine Aus­bil­dung zum Werk­zeug­mecha­niker. Seit 16 Jahren ist er bei der Feuer­wehr aktiv, mittler­weile als stell­ver­tre­ten­der Kom­man­dant. Er ist außer­dem Mit­glied in der ka­tho­lischen Land­jugend und im Fasnetsverein.

DAS GE­MEIN­SCHAFTS­GE­FÜHL IM ORT IST UN­GLAUB­LICH. DAS LIEGT AUCH AM AKTIVEN VEREINS­LEBEN.“

Adrian Stirm, 30, ist Zimmer­mann. Mit 13 Jahren kam er zur Ju­gend­feuer­wehr, heute ist er Kom­man­dant. Löschen, retten, bergen, schützen. Die Sicher­heit der Bür­ger steht im Mittel­punkt. Darum en­ga­giert Stirm sich ehrenamtlich.

WIR ERFAHREN RESPEKT FÜR UNSER EHREN­AMT UND OPFERN VIEL ZEIT FÜR DAS GEMEINWOHL.“

Kevin Dietzig

Wir verlassen uns blind aufeinander. Immerhin kann es bei Einsätzen um Leben und Tod gehen. Gehen wir gemeinsam in ein brennendes Haus, müssen wir den Kameraden vertrauen.

Adrian Stirm

Die Feuerwehr hat einen großen Stellenwert, es kostet viel Zeit, wir üben regelmäßig, proben für die Einsätze, organisieren auch Feste, wie unsere Jubiläumsfeier zum 125. Geburtstag 2017. Wir bringen uns für die Gesellschaft ein , wollen Gutes tun, das ist der Antrieb. Unser Zusammenhalt ist der Wahnsinn. In diesem Ausmaß ist das gewiss etwas Besonderes.

K.D.

Unser Meldeempfänger kann jederzeit piepsen. Dann müssen wir los. Im Jahr kommen schnell 70 Einsätze zusammen, umgefallene Bäume, Unfälle. Bei größeren Einsätzen rücken meist auch die Nachbargemeinden aus. Wir unterstützen uns gegenseitig. Wir haben ein großes Tanklöschfahrzeug, eine Drehleiter, darum sind wir auch in Ortschaften aktiv, wo es nur kleinere Wehren gibt.

A.S.

Die Gemeinde unterstützt uns stark, unsere Arbeit wird respektiert und wertgeschätzt. Die jüngsten in der Jugendfeuerwehr sind zwölf, der älteste ist 94. Und noch immer fit. Es ist spannend, sich mit den Älteren zu unterhalten, was sich verändert hat. Früher hatte das Beisammensein nach den Übungen eine größere Bedeutung. Heute zieht es viele nach Hause, weil sie ohnehin so viel unterwegs sind, lange arbeiten, andere Hobbys haben. Da zählt die Zeit mit der Familie. Wir sind offen für jeden. Doch hier in Hausach sind wir eine Männerdomäne. Nur eine Frau ist aktuell in der Jugendfeuerwehr. Leider haben wir nicht einmal Umkleidekabinen für Damen. In anderen Gemeinden ist die Frauenquote wesentlich höher. Daran wollen wir arbeiten.

K.D.

Viele von uns sind Handwerker. Wir haben im Kinzigtal viel Industrie, Firmen, die viele gar nicht kennen, viele Arbeitsplätze. Gerade für junge Menschen gibt es Perspektiven. Nur manchmal mache ich mir Sorgen um die Zukunft, mit Blick auf den Nachwuchs. Vielen jungen Menschen fehlt heute Disziplin und Ehrgeiz, das ist mein Gefühl. Ich möchte nirgendwo anders leben. Im Rahmen meiner Ausbildung als Bäcker hatte ich die Chance, nach Gran Canaria zu gehen. Doch ich gehöre hierher. In der Großstadt sind viele froh, wenn sie ihre Ruhe haben. In einem Ort wie Hausach, kennt jeder jeden. Wenn wir abends ausgehen, treffen wir meist dieselben Leute. Ich mag diese Vertrautheit.

A.S.

Einige unserer Klassenkameradinnen und -kameraden sind zum Arbeiten oder Studieren in die Stadt gezogen. Doch viele sind zurückgekehrt. Ich bin froh, auf dem Land zu leben. Ich kenne es nicht anders und bin zufrieden. Mein Traum ist es, bald mein eigenes Haus zu bauen, doch Bauland ist begehrt. Viele junge Leute wollen heute das lässige Leben. Von „Vorbildern” wie Influencer oder YouTube-Stars bekommen sie das vorgelebt. Mir ist es wichtig, jungen Leuten Werte zu vermitteln. Dazu gehört es, Verantwortung zu übernehmen, für sich und andere.