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„DER VEREIN IST FAMILIE“

Siegfried King ist seit mehr als vierzig Jahren Mit­glied im Fuß­ball­verein, spielt heute bei den Senioren und ist Vor­stands­vor­sitzender der FV Kickers 09 Lauterbach e.V.

Sie spielen Fußball seit sie ein kleiner Junge sind. Was ist heute anders?

Siegfried King

Das Vereinsangebot ist vielfältiger als vor 50 Jahren. Die Mobilität hat zugenommen. Fast jeder Verein hat heute mit Nachwuchssorgen zu kämpfen. Wir konkurrieren mit Handball, Basketball, Kampfsport. Das Freizeitverhalten hat sich verändert. Viele wollen nicht jeden Mittwoch Punkt sieben Uhr auf dem Platz stehen. Die Bereitschaft lässt nach, Engagement zu zeigen. Doch davon leben Vereine. Es braucht Menschen, die bereit sind, Fahrdienste zu übernehmen, bei den Festen Würstchen zu grillen, Unterstützer, die mitziehen. Eine Damenmannschaft haben wir übrigens bis heute nicht. Da fehlen die Interessentinnen.

Was ist der Unterschied zwischen einem Verein in der Großstadt – oder im ländlichen Raum?

Lauterbach ist eine kleine Gemeinde, finanziell nicht so betucht, doch es packt immer jemand an, um das Gelände zu mähen oder das Vereinsheim zu pflegen. Die Identifikation mit einem Verein ist im ländlichen Raum stärker als in der Stadt, davon bin ich überzeugt.

Welche Bedeutung hat der Verein für Sie?

Für mich ist der Verein Familie. Ich verbringe seit Jahrzehnten fast jede freie Minute im Verein. Mich fasziniert es, die Entwicklung der Spieler zu beobachten. Heute sind die früheren Sportgrößen bei den Senioren – und die Kinder ziehen nach. Oft sehe ich beim Nachwuchs genau dieselben Talente, wie in Jugendjahren bei den Vätern. Bei den Bambinis geht es los, mit etwa fünf Jahren. Bei den Senioren endet es. Bis wir nicht mehr laufen können.