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„UNSERE STE ZEIGEN SICH SOLIDARISCH“

Mittwochs kommen ein paar Herren zum Stammtisch. Einmal pro Woche trifft sich eine Gruppe zum Spieleabend.

Seit den 1990er-Jahren wird der Gewölbekeller als Gasthaus genutzt. Im Oktober 2019 übernahm Gerlinde Beil als neue Pächterin.

Hätten sie und ihr Mann Walter sich nicht dafür entschieden, würde die Gaststätte heute leer stehen. Beil gab ihren Job als Verkäuferin im Textileinzelhandel auf, um sich ganz der Gastronomie zu widmen. Schon von 2007 bis 2015 hatte sie ihren Mann im gemeinsamen Lokal „Altes Stadttor“, ebenfalls in Hausach, unterstützt. „Ich wollte eine Herausforderung, raus aus meiner Komfortzone“, sagt Beil. Am ersten Abend kamen Musiker aus der Region, der Laden war voll. „Es lief die ersten Wochen richtig gut“. Gerlinde Beil hatte Konzerte geplant, Veranstaltungen wie den „LeseLenz“, „Huse jazzt“ und Vereinsversammlungen. Doch dann musste die „Burgschänke“ schließen – aufgrund der Corona-Krise. „Für mich war das wie ein Schlag“, sagt sie. Ihr Mann und sie hatten in die Renovierung investiert. Seitdem die Maßnahmen langsam gelockert werden, kommen die Gäste wieder. „Doch manchmal sitze ich stundenlang allein da. Das ist frustrierend.“

Aufgeben will Beil nicht. Für sie ist es wichtig, dass es noch Gaststätten in Hausach gibt. „Nur schade, dass die Jüngeren oft lieber auswärts weggehen, statt hier ihr Bier zu trinken.“

Um Kosten zu sparen, macht Gerlinde Beil so viel wie möglich allein. Für das Essen verwendet sie regionale Zutaten – frische Forelle, Gemüse vom Wochenmarkt, Wurstwaren vom lokalen Metzger, Wein vom Raiffeisen-Markt, Ketterer-Bier von einer Familienbrauerei aus Hornberg. „Für mich ist das selbstverständlich. Das ist ein Stück Solidarität.“ Und die erfährt sie auch von ihren Gästen. „Viele wollen mich und meinen Mann unterstützen. Dafür bin ich dankbar.“ Es ist das Gemeinschaftsgefühl, das ihr Kraft gibt und sie hoffen lässt.